Qualität in der Bildung

Was Sie über die Qualitätssicherung und -kriterien in der Weiterbildung wissen müssen, welche Arten und Abschlüsse unterschieden werden und wie es um einheitliche Qualitätsstandards steht, erfahren Sie hier.

Ein ungelöstes Problem

Die Sicherung der Qualität in der Weiterbildung durch die Bildungsanbieter und eine verbraucherfreundliche Information der Nachfrager gehört zu den noch nicht einheitlich gelösten Aufgaben der Weiterbildungsszene. Fehlende Standards und Vorgaben machen es dem Nachfrager sehr schwer, aus dem unüberschaubaren Angebot die geeignete Weiterbildungsmaßnahme zu finden.

Unterschiedliche Arten der Weiterbildung

Prinzipiell wird zwischen der hauptberuflichen und der berufsbegleitenden Weiterbildung unterschieden. Hauptberufliche Weiterbildungsmaßnahmen richten sich an Arbeitslose, Umschüler und Schulabgänger und werden i.d.R. von der Agentur für Arbeit gefördert. Informationen hierzu gibt die Bundesagentur für Arbeit. Berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen können Abendschul-Kurse sein, aber auch berufsbegleitende Studiengänge, e-Learning-Schulungen, Fernunterricht bzw. Fernstudium, Bildungsurlaub sowie unternehmensinterne und offene Seminare bzw. Trainings.

Neben der hauptberuflichen und berufsbegleitenden Weiterbildung wird zwischen allgemeinen und beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen unterschieden. Informationsquellen für allgemeine Weiterbildungsangebote sind in erster Linie die örtlichen Volkshochschulen. Über Angebote in der beruflichen Fort- und Weiterbildung informieren die verschiedenen Kammern - Handwerkskammern, IHKs, Landwirtschaftskammern, Kammern für die Freien Berufe sowie die zuständigen Stellen der öffentlichen Dienste.

Unterschiedliche Abschlüsse in der Weiterbildung

Schwerwiegender als Art und Form der Maßnahme ist für den Weiterbildungswilligen jedoch die Frage, welche Art von Abschluss er anstrebt. So gibt es Programme mit staatlich anerkannten Abschlüssen, wie etwa IHK-Abschlüsse, ebenso wie es Seminare und Lehrgänge gibt, in denen der Teilnehmer zwar Zertifikate erwerben kann, über deren Anerkennung und Bedeutung letztlich aber das Renommee des Anbieters den Ausschlag gibt. Soll die Weiterbildung der konkreten Verbesserung beruflicher Perspektiven dienen, sollte sich der Teilnehmer im Vorfeld erkundigen, ob die Bildungsmaßnahme vom Arbeitgeber oder von den einschlägigen Berufsverbänden anerkannt ist.

Qualitätssiegel häufig nur Marketing-Instrument

Doch Vorsicht: Auch in den Berufsverbänden spiegelt sich die Intransparenz des Marktes wieder. Viele Verbände haben gerade eine Handvoll Mitglieder und entsprechend wenig Reputation und Einfluss auf das Geschehen im Markt. Sie werben zwar häufig mit dem Anspruch, Qualität zu überprüfen und zu testieren. Dahinter verbirgt sich bei genauerem Hinschauen jedoch nicht mehr als ein geschicktes Marketing-Instrument für die Verbandsmitglieder, um sich von Wettbewerbern abzuheben. Der Nutzen für den Teilnehmer ist hingegen gering.

Nur wenige Verbände und Gütesiegelgemeinschaften bieten Verbrauchern außergerichtliche Beschwerdemöglichkeiten an, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt bzw. die Seminarqualität nicht den Erwartungen entsprach (z.B. Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V.).

Was die Situation für den Nachfrager zusätzlich erschwert: Die in anderen Branchen weithin bekannten und auch weitgehend etablierten Qualitätsstandards DIN EN ISO 9000 ff. oder das EFQM-Modell haben sich im Bereich der Weiterbildung als wenig praktikabel erwiesen oder sind weit von einer flächendeckenden Verbreitung entfernt.

'STIFTUNG BILDUNGSTEST' prüft stichprobenartig

Aufgrund dieser Situation versucht man auf politischer Ebene bereits seit Jahren, den Verbraucherschutz zu erhöhen und für eine höhere Transparenz auf dem Markt zu sorgen. Seit dem 1. Juli 2002 gibt es immerhin ein konkretes Ergebnis dieser Bemühungen zu vermelden.

Innerhalb der Stiftung Warentest wurde eine Abteilung 'Weiterbildungstest' ins Leben gerufen, die stichprobenartig vergleichende Tests durchführt und die Ergebnisse in ihrer Zeitschrift veröffentlicht. So wurden bereits die Beratungsleistungen von Bildungsanbietern im Vorfeld einer Maßnahme, Sprachkurse, Existenzgründerseminare und Weiterbildungsdatenbanken unter die Lupe genommen.

Erreichen soll die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzte Abteilung zweierlei: Bei den Nachfragern von Weiterbildung soll durch die Veröffentlichung der Ergebnisse ein gewisses Qualitätsbewusstsein geschaffen werden. Die Tests sollen den Interessenten zeigen, auf welche Punkte sie achten sollten bzw. auf welche Merkmale sie pochen können. Gleichzeitig sollen die Tests bei den Trainingsanbietern für 'heilsame Unruhe' sorgen. Obwohl die Zahl der jährlichen Untersuchungsgegenstände mit 20 äußerst klein und damit weit von einer Marktabdeckung entfernt ist, hoffen die Tester, dass die Branche bei negativen Ergebnissen insgesamt mit Nachbesserungen reagiert und somit ein flächendeckender Qualitätsschub eintritt.

http://www.seminarmarkt.de/Weiterbildung/Qualitaet-in-der-Bildung/88/111
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