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Blended Learning

Maßgeblich geprägt wurde der Begriff des 'Blended Learning' im Rahmen der Jahreskonferenz der American Society for Training and Development (ASTD) im Sommer 2001 - und er gewann in dem Maße an Popularität, in dem die Ernüchterung über die kurz zuvor noch grenzenlos erscheinenden Möglichkeiten des e-Learning um sich griff. Also rasend schnell...


Die New-Economy-Blase war geplatzt und riss zahlreiche aufstrebende e-Learning-Anbieter mit sich. In den Unternehmen traten neben den üblichen technischen Schwierigkeiten bei der Einführung komplexer und äußerst datenintensiver EDV-Anwendungen auch die didaktischen Mängel des reinen e-Learning zu Tage: Akzeptanz- und Motivationsprobleme bei den Mitarbeitern, Verlust von sozialen Beziehungen und vor allem unzureichende Betreuung bei Lernproblemen. Was folgte, waren nahe liegende, aber gleichwohl bittere Erkenntnisse:

  • e-Learning ist kein 'Nürnberger Trichter'.
  • e-Learning ohne Betreuung funktioniert meist nicht.
  • Bei der Vermittlung von methodischen und sozial-kommunikativen Skills kommen reine e-Learning-Anwendungen schnell an ihre Grenzen.
  • e-Learning kann herkömmliche Weiterbildungsmaßnahmen nicht ersetzen, sondern diese ergänzen. Was durchaus auch etwas ist.
Der Begriff des Blended Learning

Blended Learning ist zunächst nichts anderes als die Verbindung von klassischem Präsenzlernen (z.B. Vorlesungen, Präsenzseminare, Workshops, Coaching usw.) mit elektronischen Lernformen (Web-Based-Training, Lernplattformen, e-Learning-Portale usw.) sowie der Kombination von beidem: Durch einen Teletutor, der den Lernenden online via Chat, Video-Konferenz oder E-Mail persönlich betreut.

Beim Blended Learning handelt es sich also keineswegs um eine neue computerunterstützte Form des Lernens, sondern vielmehr um einen didaktischen und organisatorischen Ansatz, individuelle und flexible Lernarrangements mit einem optimalen Methodenmix zu kombinieren. Wobei die flächendeckende Verbreitung multimediafähiger PCs an Arbeitsplatz und heimischen Schreibtischen die Lernmöglichkeiten und den Aktionsradius von Trainern wie Teilnehmern erweitert haben.

Die Vorteile des e-Learning-Einsatzes

Insbesondere bei der schnellen und flächendeckenden Verbreitung von Informationen und kognitiven Wissensinhalten bietet der Einsatz von e-Learning-Elementen im Sinne eines Blended Learning große Vorteile:
  • e-Learning kann in diesem Zusammenhang zur Vorbereitung einer Präsenzlernphase dienen (beispielsweise, um alle Seminarteilnehmer auf einen ähnlichen Wissenstand zu bringen).

  • e-Learning kann zur Nachbereitung, Vertiefung oder Weiterführung von Inhalten dienen, die in einer Präsenzveranstaltung gelernt wurden und nunmehr beim Transfer an den Arbeitsplatz individuell aufgefrischt oder feinjustiert werden sollen.

  • e-Learning kann, beispielsweise in komplexen Fernlern-Szenarien (z.B. Fernstudium), die zentrale Vermittlungsform darstellen, die durch Präsenzphasen unterstützt wird. In derartigen komplexen Lernszenarien kommt der Mehrwert des Blended Learning am deutlichsten zum Tragen.

Die Grenzen des e-Learning-Einsatzes
  • Für den richtige Mix aus e-Learning- und Präsenzanteil müssen neben den Lernzielen auch die Lerninhalte berücksichtigt werden. Während es auf der Hand liegt, EDV-Anwendungen maßgeblich über e-Learning zu schulen, sind die Grenzen bei der Vermittlung von Wissen über neue Produkte und Verfahren schneller erreicht. In diesen Fällen sind ausgefeiltere Blended-Learning-Konzepte erforderlich: Je nach Lernziel und Lerninhalt können sich die Seminarteilnehmer mittels CBT oder WBT zunächst die Grundlagen selbstständig erarbeiten, um auf diesem Wissen dann in der Präsenzlernphase aufzubauen.

  • Aber auch in umgekehrter Reihenfolge kann die Kombination aus Präsenzlernen und e-Learning Sinn machen: So können Mitarbeiter zunächst in einem Workshop für eine Problemstellung sensibilisiert werden, ehe sich die Mitarbeiter in einer Selbstlernphase tiefer gehendes Wissen mittels CBT/WBT aneignen.

  • Noch deutlicher werden die Grenzen des Einsatzes von e-Learning zur Vermittlung von Methodenkompetenzen wie beispielsweise Gesprächsführung, Umgang mit schwierigen Kunden, Vertriebskompetenz usw. In diesen Themenfeldern kann vom Computer ein individuelles Feedback meist nur bezogen auf die Verarbeitung der kognitiven Anteile der zu lernenden Soft Skills gegeben werden, nicht jedoch bezogen auf deren Anwendung in den Transfersituationen.

    Auch hier kann sich jedoch der Einsatz von Blended-Learning-Konzepten bewähren: Mittels e-Learning-Maßnahmen können sich die Schulungsteilnehmer zunächst die kognitiven Grundlagen (der Methoden) erarbeiten und sich beispielsweise mit dem grundsätzlichen Aufbau von Verkaufsgesprächen auseinander setzen, ehe sie dieses Wissen in Workshops oder Trainings vertiefen, in Rollenspielen anwenden und ein individuelles Feedback vom Trainer erhalten.

Die Präsenzlernphasen

Bei komplexen und längeren Ausbildungsgängen, wie zum Beispiel beim Fernstudium, kommt man um Blended-Learning-Konzepte nicht umhin: Umfangreiche Selbstlernphasen - basierend auf CBT, WBT oder Studienbriefen - sollten regelmäßig mit Präsenzphasen abgewechselt werden:
  • Präsenzlernphasen dienen nicht nur dazu, die soziale Situation des Lernens zu verdeutlichen. Sie dienen vor allem auch dem Austausch der Lernenden untereinander, um ihre individuellen Erfahrungen mit der - meist recht neuen Lernsituation des Fernlernens - besprechen zu können.

  • Die Präsenzphasen haben dabei auch einen erheblichen Einfluss auf die Motivation der Teilnehmer und werden von Teilnehmern wie Trainern und Dozenten zur Klärung komplexer inhaltlicher, technischer und organisatorischer Fragen genutzt.

Die Community

So gilt es inzwischen als ausgemacht, dass für ein erfolgreiches Blended-Learning-Konzept die Schaffung und fortlaufende Unterstützung einer Community unerlässlich ist:
  • Die Trainer und Dozenten müssen hierfür auch als Tele-Tutoren für den einzelnen Lerner online für Fragen und Feedback zur Verfügung stehen.

  • Und sie müssen darüber hinaus die Lerngruppe virtuell zusammenbringen und deren Kommunikation, Kooperation und Kollaboration im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe fördern.

  • Last but not least müssen Sie den Teilnehmern die notwendige Medienkompetenz vermitteln, damit diese die eingesetzten Kommunikations- und Kooperations-Tools effektiv nutzen können und wissen, wann welches Tool sinnvollerweise einzusetzen ist.

Wann macht Blended Learning Sinn?

Neben den zahlreichen didaktischen Voraussetzungen, die für ein erfolgreiches Blended-Learning-Arrangement notwendig sind, sollte ein ganz gewichtiges Argument für den Einsatz von Blended Learning nicht vergessen werden. Dieses ist schlichtweg ökonomischer Natur und beschäftigt sich mit den Fragen:
  • Wie viele Mitarbeiter brauchen wann welches Wissen?

  • Und wie lässt sich dieses Wissen zu möglichst geringen Kosten möglichst schnell vermitteln?

Bei einer großen Anzahl von Mitarbeitern wird die Antwort lauten: So viel e-Learning wie möglich und so wenig Präsenztraining wie nötig. Geht es nur um eine Handvoll Mitarbeiter vor Ort, wird die Antwort vielleicht auch lauten: 'Schickt sie wie gewohnt für zwei Tage zur Schulung - das macht den wenigsten Aufwand.'

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