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Programmierter Unterricht

Der Programmierte Unterricht, auch programmierte Unterweisung bzw. Instruktion genannt, basiert auf Ideen des Behaviorismus, insbesondere auf Skinner und auf Konzepten der Kybernetik.


Noch bevor in den 60er und 70er Jahren Computer Based Trainings ihren Weg an die Universitäten und in die Klassenzimmer gefunden hatten, gab es bereits programmierten Unterricht auf Papier. Bei dem Instruktionsdesign der Programmierten Instruktion versteht man unter Lernen die Aneignung objektiv richtigen und definierten Wissens.

Das Konzept beruht auf einer Unterteilung des Lernstoffes in sehr kleine Einzelschritte. Dem Lernenden wird erst dann ein neuer Lernstoff präsentiert, wenn er den vorgehenden Schritt erfolgreich bewältigt hat.

CBTs dieses Grundtyps waren anfangs sehr einfach gestrickt. Nach einem kurzem Merktext wurde eine Frage gesellt und der Lernende hatte eine Antwort einzutippen (oder auszuwählen). Die Antwort wurde dann mit einer Vorgabe verglichen (richtig oder falsch), dann ging man zur nächsten Lerneinheit über. Es gab zunächst noch keine reaktive Programmführung in Abhängigkeit der Antwort; später wurden derartige Verzweigungen eingebaut.

Von zentraler Bedeutung ist für die Gestaltung von Lernprogrammen die Strukturierung der Lehrstoffinhalte, d.h. wie Wissen wahrgenommen, organisiert und interpretiert wird. Mit der Strukturierung ist aber auch gleichzeitig eine inhaltliche Reduktion verbunden, so dass der Lehrende die Aufgabe hat, das Wesentliche und die Zusammenhänge der Lerninhalte herauszuarbeiten und den Lernenden beizubringen.

Auf die Gestaltung von interaktiven Lernsystemen übertragen, heißt dies, dass die (häufig linear angeordnete) Struktur eines Themenbereiches eine wesentliche Komponente des didaktischen Designs ausmacht. Häufig sind Tutorials (CBTs, WBTs) nach diesem didaktischen Konzept ausgerichtet. Drill & Practice Software können ebenfalls der Programmierten Instruktion zugeordnet werden.

Die Lehrmaterialien, seien sie nun wie in den Anfangstagen noch auf Papier oder später in Form von Computer Based Training, sollten die Lehrkräfte entlasten und darüber hinaus die Lernenden befähigen, in ihrem individuellem Tempo zu lernen. Vor dem Hintergrund der bildungspolitischen Diskussionen in den USA Ende der 50er Jahre (Lehrermangel, sehr große Klassen) fand daher der Programmierte Unterricht allgemeinen Zuspruch.

Programmierter Unterricht eignet sich insbesondere für Lehrinhalte mit eindeutigem und klarem Faktenwissen, weniger dagegen für die Vermittlung von sogenannten Soft Skills.

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