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Psychodrama

Psychodrama ist nicht - wie manch einer vielleicht denken mag - eine Bezeichnung für Mobbing, sondern eine Form der Psychotherapie, die von dem Psychiater Dr. Jakob Levy Moreno entwickelt wurde. Das Psychodrama ist eine Methode der Gruppentherapie, bei der die Klienten ihre Probleme und Konflikte in einem Rollenspiel darstellen.


Moreno wollte seine Patienten nämlich nicht nur in der künstlichen Situation des ärztlichen Sprechzimmers anhören, sondern sie am Ort des Konfliktes, also z.B. am Arbeitsplatz oder in der Familie, kennenlernen. Da aber auch bei Hausbesuchen dem Arzt vieles verborgen blieb, suchte er nach einem neuen Weg. Und eine Veranschaulichung von Konflikten kannte er nur vom Theater.

Bestandteile des Psychodramas sind die Gruppe mit sechs bis zwölf Teilnehmern und die Bühne, ein irgendwie gestalteter Spielraum. Der Protagonist ist der zum Hauptdarsteller gewordene Patient, die Mitspieler, auch Hilfs-Ichs genannt, sind therapeutische Helfer, die dem Protagonisten bei der Darstellung seiner Bezugspersonen zur Verfügung stehen, und der Psychodrama-Direktor ist der Therapeut, der Hinweise auf ein Problem aufgreift, das szenische Spiel leitet und die im Spiel gewonnenen Handlungseinsichten durcharbeitet.

Mit Hilfe verschiedener Techniken wie dem Rollentausch, dem Doppeln, dem Spiegeln usw. werden die Konflikte des einzelnen oder der Gesellschaft nicht nur sprachlich abgehandelt, sondern mit verteilten Rollen in Szene gesetzt.

Das typische Merkmal des Psychodramas ist das Durchspielen und Verändern dieser Szenen, so dass das Gruppenmitglied zu neuen Einsichten und Handlungsmöglichkeiten gelangen kann.

Das Psychodrama orientiert sich dabei an dem Gedankengut von Sigmund Freud: Traumatische Erlebnisse müssen erinnert, wiederholt und durchgearbeitet werden, damit der Klient gesunden kann.

Unterschieden wird zwischen Psychodrama und Soziodrama, wobei die Übergänge fließend sind.

  • Beim Psychodrama steht die Einzelperson stärker im Blick,
  • beim Soziodrama werden auch kulturelle Faktoren und Zusammenhänge dargestellt.

Beide Formen können Rollenspiele einschließen, sowohl von ihnen ihren Ausgang nehmen als auch zu ihnen hinführen. In jedem Fall dienen die Rollenspiele jedoch dazu, effektiveres Verhalten für Rollen zu üben, die ein Mensch alltäglich zu erfüllen hat.

Psychodrama lässt sich übrigens auch - technisch abgewandelt zum Monodrama - in der Einzeltherapie einsetzen.

Weiterführende Literatur:

  • Jakob Levy Moreno: Gruppenpsychotherapie und Psychodrama, Georg Thieme-Verlag, Stuttgart, 5. Auflage 1997, ISBN 3-13-378705-5.

  • Sabine Kern, Christian Stadler: Psychodrama. Eine Einführung. VS Verlag 2015. ISBN 978-3-531-16539-4

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