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Suggestopädie

Suggestopädie, auch bekannt unter dem Begriff 'Superlearning', lässt sich als eine Lehrmethode zur Vermittlung von Wissen mittels suggestiver Techniken definieren. Die Methode wird aufgrund mangelnder empirischer Belege jedoch auch kritisch gesehen.


Suggestopädie ist eine sanfte Lernmethode, die es vermeidet, den Lernenden unter Stress zu setzen und stattdessen versucht, den Lernvorgang so anregend, angenehm und entspannend wie eben möglich zu gestalten.

Bei der Suggestopädie wird bewusstes, konzentriertes Handeln mit beiläufigem Lernen verbunden. Fremdsprachenintensivkurse werden z.B. durchgeführt, indem die Lernenden entspannt im Seminarraum sitzen und gedämpfte Musik hören. Dazu spricht die Lehrkraft suggestiv mit wechselnder Intonation und Lautstärke einen fremdsprachigen Text.

Suggestopädie steht wegen ihres pseudowissenschaftlichen Charakters jedoch auch immer wieder in der Kritik. Denn empirirsch sind die angeblichen Erfolge bisher nicht nachweisbar bzw. replizierbar.

Als Begründer der Suggestopädie wird der bulgarische Wissenschaftler Georgi Lozanov angesehen. Der Mediziner, Psychiater und Erziehungswissenschaftler hat mehr als 20 Jahre damit verbracht, das Phänomen der Suggestion zu erforschen und in einer großen Anzahl von verschiedenen Lernkontexten anzuwenden. Die Wurzeln des Ansatzes reichen bis tief in die Psychologie Jungs und bis zum humanistischen Modell der 'Psychosynthesis' zurück. Eigentliche Grundlage ist aber das wachsende Verständnis des menschlichen Gehirns, wie es funktioniert, was es beeinflusst und wie wir die Möglichkeiten des Gehirns dementsprechend besser nutzen können.

Wenn sie richtig ausgeführt wird, ist Suggestopädie nach Lozanov durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
  1. Gedächtnisreserven, intellektuelle Aktivitätsreserven, Kreativitätsreserven und die Reserven der gesamten Persönlichkeit werden aktiviert.

  2. Der Unterricht ist begleitet von Entspannung oder verläuft zumindest ohne das Gefühl der Ermüdung.

  3. Suggestopädisches Lernen und Lehren ist ein angenehmes Gefühl.

  4. Suggestopädie hat einen günstigen erzieherischen Effekt, sie besänftigt Aggressionstendenzen bei den Lernenden und hilft ihnen, sich selbst an die Gesellschaft anzupassen.

  5. Ein signifikanter therapeutischer Effekt kann beobachtet werden.

Zu den Haupttypen suggestopädischer Techniken zählt Lozanov künstlerische Mittel, didaktische Kniffe und psychologische Techniken.

Lozanovs Gedankengut ist von seinem Schüler, dem Pädagogen, Künstler und Psychotherapeuten Lynn Dhority, weiterentwickelt worden zum ACT-Ansatz (Acquisition Through Creative Teaching).

Weiterführende Literatur:
  • Zamyat M. Klein: Zauberwelt der Suggestopädie. Ein innovativer Ansatz für Ihr Business-Training. managerSeminare, Bonn 2010. ISBN 978-3-941965-06-5.
  • Rupprecht S. Baur: Superlearning und Suggestopädie. Grundlagen – Anwendung – Kritik – Perspektiven. Langenscheidt KG, München 1994, ISBN 3-468-49449-1.

  • Walter Edelmann: Suggestopädie/Superlearning, Ganzheitliches Lernen – das Lernen der Zukunft? Roland Asanger Verlag, Heidelberg 1994, ISBN 3-89334-142-0.
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