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Systemische Therapie

Die Systemtherapie entstand in einer Zeit, in der viele wissenschaftliche Disziplinen eine Methodenvielfalt zuließen. Der Familientherapie entsprungen, entlehnte sie ihre Begrifflichkeiten der biologischen und physikalischen Forschung.


Der systemischen Therapie kann kein einzelner Begründer zugeordnet werden, viele berühmte Köpfe haben die grundlegenden Ideen entwickelt, z.B. Carl Withaker, Salvador Minuchin, Virginia Satir, Mara Selvini Palazzoli, Helm Stierlin, Gregory Bateson und die Palo Alto Gruppe, zu der auch so bekannte Leute wie Paul Watzlawick gehören.

Die grundlegenden Gedanken der systemischen Therapie gehen auf die Kybernetik zurück. Die Therapeuten übertrugen die beobachteten Phänomene auf die psychosoziale Interaktion in Familien.

In einem kybernetischen System gibt es keinen Anfang und kein Ende. Jede Aussage und jedes Verhalten ist zugleich Ursache und Wirkung. Deswegen ist das Tun des einen gleichzeitig Ursache und Reaktion auf das Tun des oder der anderen. Die Frage: 'Wer hat angefangen?' ist deswegen im systemischen Denken uninteressant.

Der systemische Ansatz sieht für Organisationen (wobei hier ein einzelner Mensch oder auch ein ganzes Unternehmen gemeint sein kann) zwei grundlegende Gefahren:

  • Entweder das System lässt zu wenig Veränderungen zu und wird damit zu starr oder

  • das System verändert sich zu schnell und verliert dadurch den Zusammenhalt.

Ein System kann nur bestehen, wenn es in der Lage ist, eine angemessene Balance zwischen diesen beiden Kräften zu finden.

Eine weitere Erkenntnis der systemischen Therapie ist, dass sich Menschen nicht in jeder Situation gleich verhalten. Systemiker schreiben durch diese 'Kontextabhängigkeit' Menschen keine Eigenschaften grundsätzlich zu. Sie versuchen, von dogmatischen Etikettierungen Abstand zu nehmen und ein Verhalten begrenzt für eine definierte Situation zu beschreiben.

Die systemische Theoriebildung geht davon aus, dass eine Persönlichkeit aus vielen verschiedenen Anteilen besteht. Diese Anteile können miteinander kooperieren, sie können sich aber auch antagonistisch zueinander verhalten.
Beispielsweise haben die meisten Menschen einen Persönlichkeitsanteil, der für ihre Sicherheit im Leben verantwortlich ist und einen anderen Persönlichkeitsanteil, der neugierig ist und Wagnisse zulassen möchte. Diese Anteile können in bestimmten Situationen widersprüchlicher Auffassung sein: So kann es zum inneren Konflikt kommen.

Ein systemischer Ansatz kann insbesondere bei Team-Prozessen und im Konfliktgeschehen Trainern und Personalentwicklern hilfreich zur Seite stehen. Die Zusammenarbeit kann sehr differenziert betrachtet werden, gemeinsam können Lösungen für das zukünftige Miteinander erarbeitet werden. Allerdings braucht man zur Gestaltung dieser Prozesse eine sehr fundierte Ausbildung und viel Erfahrung.

Weiterführende Literatur:

  • Tom Levold, Michael Wirsching (Hrsg.): Systemische Therapie und Beratung – das große Lehrbuch. Carl-Auer, 2. Auflage 2016, ISBN 978-3-89670-577-8

  • Paul Watzlawick, Janet Beavin, Don D. Jackson: Menschliche Kommunikation. Hans Huber Verlag, Bern, München, Wien, 9. Auflage 1996, ISBN 3-456-82825-X.

  • Helm Stierlin: Ich und die anderen, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-608-91631-8.

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