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Coach oder Trainer finden

Auf dem Weiterbildungsmarkt tummeln sich zahlreiche Anbieter von Coaching oder Training und auch solche, die beides anbieten. Aber: Bei welchen Anliegen ist Coaching sinnvoll, wann bietet sich ein Training eher an? Und wie lässt sich ein passender Coach oder Trainer finden?

 

Wann Coaching, wann Training? 

Wenn auch Coaching und Training oft nahezu synonym verwendet werden und viele Weiterbildner unter der Doppelbezeichnung „Trainer und Coach“ agieren, gibt es doch Unterschiede, was die Zielgruppe der beiden Maßnahmen, das zu bearbeitende Anliegen des Weiterbildungswilligen und die angewandten Methoden angeht.

 

Coaching zielt auf die individuelle berufliche oder persönliche Weiterentwicklung ab. Deshalb ist Coaching im Regelfall ein enger Beratungsprozess, bei dem der Coach den Coachee auf Augenhöhe begleitet, Gespräche mit ihm führt und ihn durch Übungen und Interventionen zur Reflexion und Ressourcenaktivierung anregt. Ein Beispiel: Ein Mitarbeitender soll zur Führungskraft befördert werden. Dadurch kommen neue, herausfordernde Aufgaben auf ihn zu, und er muss mehr Verantwortung übernehmen. Mithilfe des Coachs reflektiert er seine Stärken und Schwächen, wodurch er ein klareres Bild von sich selbst bekommt. Folglich kann gemeinsam mit dem Coach an für den Coachee individuellen Stellschrauben gedreht werden kann, um ihn für die zukünftigen Aufgaben bestmöglich zu wappnen. Fachlichen Defiziten, die beim Coaching ans Tageslicht kommen, kann bei Bedarf in Trainings – durch den Coach selbst oder andere (Fach-)Trainer – entgegengewirkt werden.

 

Trainings zielen auf die Wissensvermittlung sowie den Erwerb und die Übung bestimmter Fertigkeiten und Fähigkeiten ab. Dabei gehen sie weniger auf den Teilnehmenden als Individuum ein, sondern eher auf individuelle Trainingsinhalte, die die Teilnehmenden vermittelt bekommen sollen. Ein gutes Training ist kein Frontalvortrag, sondern ein moderierter Lernprozess, bei dem das Wissen zum behandelten Thema direkt praxisnah erprobt werden kann. Zudem wird der Wissenstransfer der Teilnehmenden eingeleitet, damit die neuen oder verbesserten Fertigkeiten auch über das eigentliche Training hinaus weiter gefestigt werden können. Sollen z.B. Vertriebsmitarbeiter lernen, erfolgreich Verkaufsgespräche zu führen, kann ein Trainer, der Spezialist dafür ist, ihnen das durch die Vermittlung von Verkaufswissen und Übungen, die ein festgelegtes, didaktisches Ziel verfolgen, näherbringen. Im Idealfall werden die Vertriebsmitarbeiter dazu befähigt, das neu Erlernte bereits beim nächsten Verkaufsgespräch anzuwenden und so die Sicherung des neu erworbenen Könnens einzuleiten.

 

 

Wie finde ich den passenden Coach?

Der Begriff „Coach“ ist nicht geschützt, weshalb sich theoretisch jeder Coach nennen und auch Coaching anbieten darf. Deshalb tummeln sich auch unseriöse oder unqualifizierte Coachs auf dem Weiterbildungsmarkt. Für die Vorauswahl empfiehlt es sich daher, eine Datenbank zu konsultieren. Eine davon ist Seminarmarkt.de, eine der größten Weiterbildungsdatenbanken im deutschsprachigen Raum. Dort lassen sich die Profile der gelisteten Coachs gezielt durchsuchen. Dabei sollte man auf bestimmte Kriterien achten:

 

 

Zielgruppe:

Es gilt zu bedenken, wer gecoacht werden soll und weshalb. Viele Coachs haben sich über die Jahre spezialisiert und coachen gezielt Führungskräfte, angehende Führungskräfte, bestimmte Berufsgruppen oder Berufsanfänger. Ist die Zielgruppe klar, lassen sich die potenziellen Coachs eingrenzen. Auch Geschlecht und Alter können bei der Auswahl ausschlaggebend sein: Manch einer fühlt sich eher mit Gleichaltrigen auf einer Wellenlänge, andere möchten vom Know-how eines älteren Coachs profitieren können, und manche Anliegen lassen sich gefühlt besser mit einer Frau oder eben einem Mann angehen.

 

 

Standort und Format:

Wird großer Wert darauf gelegt, dass das Coaching komplett in Präsenz stattfindet, sollte man nach einem Coach suchen, der seinen Standort in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohn- oder Arbeitsort hat. Das kann die Vorauswahl weiter eingrenzen. Ist man jedoch offen, Online-Coaching mit all seinen Formaten (Mail, Telefon, Videochat, 2-D- und 3-D-Plattformen) auszuprobieren, so kann der Coach auch etwas weiter entfernt agieren, und man trifft sich nur für einzelne Termine persönlich. Dann ist natürlich eine weitere Voraussetzung, dass der Coach online versiert ist und die Methoden im virtuellen Raum anzuwenden weiß.

 

 

Zertifizierung:

Die Mitgliedschaft bei einem anerkannten Verband und eine Zertifizierung garantieren einerseits, dass sich der Coach den ethischen Werten seiner Profession verpflichtet und über einen gut gefüllten Methodenkoffer verfügt. Zudem geht mit der Zertifizierung eine fortlaufende Qualitäts- und Kompetenzkontrolle einher. Damit sind einige Qualitätsbausteine bei der Vorauswahl automatisch erfüllt. Allerdings heißt das im Umkehrschluss nicht, dass alle Coachs, die nicht zertifiziert sind, automatisch schlecht sind. Eine Zertifizierung kann lediglich die Vorauswahl erleichtern, ist aber nicht die einzige Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen.

 

 

Berufserfahrung und Ausbildung:

Die Webseite eines jeden Coachs sollte Referenzen und Erfahrungswerte enthalten. Hier ist besonders darauf zu achten, ob auf spezifische Praxis- und Branchenerfahrungen verwiesen wird, die für das eigene Coachinganliegen wichtig sein könnten. Auch, wie lange der Coach schon im Geschäft ist und ob eine einschlägige Ausbildung vorliegt, gilt es zu beachten. Theoretisches Know-how durch ein abgeschlossenes Studium in Psychologie, Wirtschaftswissenschaften oder Soziologie und/oder eine mehrmonatige anerkannte Coach-Ausbildung ist für professionelle Coachs ein notwendiges Kriterium.

 

 

Erstgespräch:

Konnte die Vorauswahl auf wenige Coachs eingegrenzt werden, geht es an die erste Kontaktaufnahme. Bei professionellen Coachs folgt dann häufig bald das kostenlose Erstgespräch. Es dient einerseits dem ersten Kennenlernen, andererseits erfährt der Coach beim Vorgespräch ausführlicher vom Anliegen. Wichtig ist hierbei, das Anliegen nachvollziehbar darzulegen und sich zu versichern, dass der potenzielle Coach alle Punkte verstanden hat. Zudem sollte der Coach selbst Fragen beantworten, damit der potenzielle Coachee mehr über seine Art, seine Arbeitsweise und seine Werte erfährt.

 

 

Angebot:

Hat der Coach im Erstgespräch Frage und Antwort gestanden und das Anliegen des Coachees umfassend erörtert, wird er im nächsten Schritt ein Angebot schreiben. Aus diesem sollte hervorgehen, wie viele Coachingsitzungen zur Bearbeitung des Anliegens voraussichtlich notwendig sein werden, ob rein in Präsenz oder auch mit anderen Formaten gearbeitet wird und welche Kosten anfallen.

 

 

Wie finde ich den richtigen Trainer?

Auf der Suche nach dem richtigen Trainer steht zuerst das Thema im Vordergrund. Sollen rhetorische Fähigkeiten verbessert werden, sucht man nach einem Rhetoriktrainer, möchte man seine Excel-Fähigkeiten verbessern, übernimmt das Training im besten Fall jemand, der sich sehr gut mit Microsoft Office auskennt. Je nach Umfang des Themas können sich von Trainern angebotene Trainings, Seminare und Workshops über wenige Stunden, mehrere Tage und sogar einige Wochen erstrecken. Um einen Überblick zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick in Datenbanken wie Seminarmarkt.de, wo zahlreiche Trainings und Weiterbildungsexperten mit verschiedenen Fachgebieten gelistet sind. Bei der Auswahl helfen folgende Punkte:

 

 

Thema:

Man sucht einen Trainer abhängig vom Thema, das behandelt werden soll, etwa Vertrieb, Rhetorik, Software o.ä. Allein dadurch grenzt man die Anzahl der in Frage kommenden Weiterbildner stark ein.

 

 

Geschlecht und Alter:

Eine Gruppe erfahrener Führungskräfte Mitte 50 nimmt einen Trainer Mitte 20, der ihnen etwas über Führung beibringen will, wahrscheinlich weniger ernst, als einen Gleichaltrigen. Geht es hingegen um neue Technologien, sind jüngere Trainer oft besonders gefragt. Und manche Themen können Trainerinnen vielleicht besser vermitteln als ihre männlichen Kollegen sowie umgekehrt.

 

 

Branchenwissen und Ausbildung:

Ein Trainer, der zum Thema Vertrieb Seminare anbietet, sollte selbst praktisches und theoretisches Wissen in diesem Bereich vorweisen können. Und in einigen Fällen ist zusätzlich Branchenwissen gefragt: Soll in einem Seminar für Krankenpfleger die Kommunikation mit den Patienten behandelt werden, ist es gut, wenn der Trainer mit dem Gesundheitswesen bekannt ist und bereits Erfahrungen im Training von Krankenhauspersonal hat. Soll hingegen in einem Marketingseminar vermittelt werden, wie Suchmaschinenoptimierung funktioniert, kann ein Trainer sein Know-how auch unabhängig von der Branche der Teilnehmenden weitergeben. Oft geben eine Vita und Referenzen auf der Webseite Aufschluss über die Expertise, die Berufserfahrung und bisherige zufriedene Kunden. Auch, ob eine anerkannte Trainerausbildung und/oder die Mitgliedschaft in einem Berufsverband vorliegt, zeigt, ob der Trainer sich regelmäßigen Qualitätskontrollen unterzieht und sich selbst stetig fortbildet.

 

 

Ort:

Es gilt zu überlegen, wer am Training teilnehmen soll und wo es stattfinden soll. Viele Weiterbildungsinstitute und Trainer bieten In-House-Trainings an, kommen also in den Betrieb und nutzen die Räumlichkeiten des Unternehmens für das Training. Je nach Anliegen kann es aber auch sinnvoll sein, das Team, die Gruppe oder einzelne Teilnehmende zum Seminar in ein Weiterbildungsinstitut oder Tagungshaus zu entsenden. Auch Outdoor-Trainings sind für bestimmte Seminarinhalte beliebt.

 

 

Format:

Im Zuge der Digitalisierung und der Verfügbarkeit neuer Lerntechnologien nehmen Trainer neben reinen Präsenztrainings auch zunehmend Blended-Learning oder Online-Training in ihr Repertoire auf. Ist ein Team z.B. auf mehrere Standorte verteilt, kann ein Online-Training logistisch einfacher umsetzbar sein, als wenn alle am selben Ort zusammenkommen. Wird ein Blended- oder Online-Training bevorzugt, lässt sich explizit nach Trainern suchen, die diese Formate anbieten.

 

 

Kontaktaufnahme:

Bucht eine Einzelperson ein Training, so wird sie damit meist Teil einer Teilnehmendengruppe eines vorkonzipierten Trainings. Wünscht ein Unternehmen jedoch ein Inhouse-Training oder schickt ein Team oder mehrere Personen aus dem gleichen Unternehmen gemeinsam zu einem Training, wird das Training gewöhnlich gemeinsam mit dem ausgewählten Institut oder Trainer gestaltet. Dabei wird geklärt, welche Zielgruppe zu welchem Thema trainiert werden soll, welche Möglichkeiten es bezüglich der Formate und Örtlichkeiten gibt und über welchen Zeitraum sich das Training erstreckt. Fragen, die trotz Informationen in den Datenbanken und auf der Webseite noch offen geblieben sind, können jetzt geklärt werden.

 

 

Weiterbildungsvertrag:

Sind alle Eckpunkte besprochen, sollten vor der endgültigen Buchung unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und der Weiterbildungsvertrag geprüft werden. Aus diesen Dokumenten sollte hervorgehen, welche Kosten anfallen, ob es die Möglichkeit zu Teil- oder Ratenzahlung gibt, welche Rücktritts- und Kündigungsbedingungen bestehen. Ebenso, ob für den Konfliktfall eine Rechtsbelehrung und der Gerichtsstand angegeben sind.


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