Cyberangriffe früh erkennen und eindämmen - Intensivseminar
E-Learning - IHK-Zentrum für Weiterbildung GmbH
Threat Detection, Threat Intelligence & IT-Hardening für IT-Administratoren Moderne Cyberangriffe entstehen selten ohne Vorwarnung. Exponierte Systeme, kompromittierte Zugangsdaten, ungewöhnliche Benutzeraktivitäten, verdächtige Prozesse oder auffällige Netzwerkverbindungen können bereits Stunden, Tage oder teilweise Wochen vor einem grösseren Sicherheitsvorfall Hinweise auf einen Angriff geben.
In diesem zweitägigen Intensivseminar lernen die Teilnehmenden, eine praxisorientierte Früherkennung für Cyberangriffe aufzubauen und technische Sicherheitsmassnahmen gezielt dort inzusetzen, wo sie die grösste Wirkung entfalten.
Nach dem Seminar können die Teilnehmenden: - typische Angriffsketten und Angreiferverhalten nachvollziehen, - die eigene externe Angriffsfläche strukturiert analysieren, - Informationen aus Threat Intelligence, Credential-, Deep- und Darkweb-Monitoring bewerten, - relevante Log- und Telemetriequellen für verschiedene Angriffsszenarien bestimmen, - aussagekräftige Detection Use Cases definieren, - Identity-, Endpoint-, Netzwerk- und Cloud-Anomalien bewerten, - typische Vorboten von Ransomware, Account Takeover und Datenabfluss erkennen, - eine risikobasierte Hardening-Strategie für eine IT-Landschaft entwickeln, - technische Erstreaktionen auf Cyberangriffe strukturiert durchführen, - eine einfache Detection- und Response-Matrix für das eigene Unternehmen entwickeln, - sinnvolle Kennzahlen für die Wirksamkeit der Früherkennung definieren, - die Übergabe von einem technischen Cyber Incident an Incident-, Krisen- oder BCM-Strukturen vorbereiten.
Der Kurs konzentriert sich auf die operative und technische Cyberabwehr. Aufbau eines BCMS, Business Impact Analyse, Krisenstabsorganisation und vollständige Notfallplanung sind ausdrücklich nicht Bestandteil des Seminars.
Tag 1 - Angriffe erkennen 1. Der Angreifer als Ausgangspunkt - aktuelles Angreiferverhalten - Angriffsziele und typische Initial-Access-Wege - Phishing - gestohlene Credentials - öffentlich erreichbare Systeme - Schwachstellen - Lieferanten und Drittparteien - Cloud- und SaaS-Zugänge - typische Ransomware-Angriffskette - MITRE ATT&CK als Strukturierungsmodell
Leitfrage: Welche Spuren hinterlässt ein Angreifer in jeder Phase
2. External Attack Surface Management Welche IT-Assets sind aus dem Internet sichtbar? - Domains und Subdomains - IP-Adressen - Cloud-Dienste - Zertifikate - offene Ports und Dienste - Remote-Zugänge - vergessene Systeme - Shadow IT - externe Schwachstellen - öffentlich bekannte technische Informationen
Praxis: Aufbau eines vereinfachten External-Attack-Surface-Modells für ein Beispielunternehmen
3. Threat Intelligence, Deep Web und Dark Web - Grundlagen Cyber Threat Intelligence - strategische, taktische und technische Threat Intelligence - Open Source Intelligence - Deep-/Darkweb-Quellen - Credential Leaks - Infostealer Logs - Session Tokens und Cookies - Initial Access Broker - Ransomware-Gruppen und Leak-Sites - veröffentlichte Unternehmensdaten - Mitarbeiter- und Lieferanten-Credentials - kompromittierte Domains - Typosquatting - verdächtige Domainregistrierungen
Von Information zu Aktion
Beispiel: Meldung: Passwort eines Mitarbeitenden wurde veröffentlicht. Nicht automatisch nur Passwort ändern, sondern prüfen:
- wurde das Credential tatsächlich im Unternehmen verwendet? - existieren erfolgreiche Logins? - existieren aktive Sessions? - wurde MFA umgangen? - wurden neue Geräte registriert? - wurden weitere Accounts angelegt? - wurden Berechtigungen verändert? - existiert laterale Bewegung?
Rechtliche und organisatorische Grenzen - keine aktive Teilnahme an illegalen Marktplätzen - professionelle Threat-Intelligence-Dienste - Umgang mit kompromittierten Daten - Dokumentation und Eskalation
4. Die wichtigsten internen Frühwarnsignale
Identity - ungewöhnliche Login-Zeiten - ungewöhnliche Länder oder Standorte - neue Geräte - MFA-Anomalien - Passwort-Spraying - Änderungen an privilegierten Gruppen - neue Administratoren - neue Service Accounts - ungewöhnliche Token-Aktivitäten
SIEM, EDR, XDR und SOC - Unterschiede - Stärken und Grenzen - welche Lösung benötigt welches Unternehmen? - Managed SOC vs. eigene Überwachung
6. Detection Engineering - vom Log zum Alarm - Use Case statt alle Logs sammeln - Was möchte ich erkennen? - welches Angreiferverhalten steht dahinter? - welche Telemetrie benötige ich? - wann löse ich einen Alarm aus? - welche False Positives sind zu erwarten? - wer reagiert auf den Alarm?
Beispielhafte Detection Use Cases - neuer Domain Administrator - ungewöhnliche Administratoranmeldung - Deaktivierung eines Endpoint-Schutzes - ungewöhnliche PowerShell-Aktivität - neuer Service auf kritischem Server - Massenänderungen an Dateien - ungewöhnliche Datenkompression - ungewöhnliche DNS-Aktivität - Login eines geleakten Accounts - Zugriff auf Backup-Infrastruktu
7. Threat Hunting - Unterschied Alerting vs. Threat Hunting - hypothesenbasiertes Vorgehen - Ausgangspunkt Threat Intelligence - Suche nach Indicators of Compromise - Suche nach ungewöhnlichem Verhalten - Baselines und Abweichungen
Praxis: Aus einer externen Threat-Intelligence-Meldung wird eine interne Hunting-Hypothese entwickelt
Tag 2 - Angriffe verhindern und eindämmen
8. Hardening der Systemlandschaft Asset Management - vollständige Systemübersicht - Verantwortlichkeiten - Lifecycle - End-of-Life-Systeme - Shadow IT
Vulnerability Management - Schwachstelle ist nicht gleich Risiko - CVSS und reale Ausnutzbarkeit - externe Erreichbarkeit - Kritikalität des Assets - Threat Intelligence - risikobasierte Patchpriorisierung
Identity Hardening - MFA - Least Privilege - separate Admin Accounts - privilegierte Workstations - PAM-Grundprinzipien - Service Accounts - Legacy Authentication - Break-Glass Accounts
Endpoint Hardening - sichere Baselines - Application Control - EDR - Makros und Skripte - PowerShell - lokale Administratorrechte - Security Configuration Monitoring
Backup-Hardening - Trennung von Produktions- und Backup-Zugängen - Schutz privilegierter Backup-Konten - Immutable/Offline-Backups - Monitoring von Backup-Manipulationen
Keine Behandlung vollständiger BCM-/Recovery-Konzepte.
9. Assume Breach - Hardening für den bereits kompromittierten Account Nicht nur verhindern, dass ein Angreifer hineinkommt: Was passiert, wenn er bereits einen gültigen Benutzeraccount besitzt? - welche Systeme erreicht ein normaler Benutzer? - welche Credentials kann er finden? - welche administrativen Interfaces sind erreichbar? - wie leicht kann er sich lateral bewegen? - kann er Security Tools deaktivieren? - kann er Backups erreichen? - wie schnell wird sein Verhalten erkannt?
Fragen bei jedem Verdachtsfall - Was ist passiert? - Wann hat es begonnen? - Welcher Account ist betroffen? - Welches System ist betroffen? - Welche Systeme könnten zusätzlich betroffen sein? - Welche Daten könnten betroffen sein? - Ist der Angreifer noch aktiv? - Welche Massnahme reduziert das Risiko am schnellsten?
13. Detection & Response Playbooks Die Teilnehmenden entwickeln einfache technische Playbooks für beispielsweise: Playbook A Credential im Dark Web gefunden Playbook B Ungewöhnliche Administratoranmeldung Playbook C Malware-/EDR-Alarm auf Server Playbook D Verdacht auf Ransomware-Aktivität Je Playbook: - Trigger - Verifikation - Logquellen - Analyse - Sofortmassnahmen - Eskalationskriterien - Dokumentation
14. Security Monitoring mit begrenzten Ressourcen Besonders für KMU: Mindestfähigkeit Stufe 1 - MFA - Patchmanagement - EDR - sichere Backups - grundlegendes Logging
Nicht Bestandteil: - Business Impact Analyse - BCMS-Stufenmodell - Aufbau eines BCMS - Krisenstabsorganisation - vollständige Wiederanlaufplanung - BC-Strategieentwicklung Damit bleibt eine klare Trennung zum Business Continuity Manager (IHK)
Abschlusssimulation Szenario: - Credentials tauchen extern auf. - Ungewöhnlicher Login wird festgestellt. - Privilegien werden erweitert. - Endpoint-Schutz schlägt an. - Netzwerk zeigt ungewöhnliche Verbindungen. - Daten werden gesammelt. - Backup-System wird angesprochen.
Abschluss Jeder Teilnehmende erstellt einen persönlichen: 30-Tage-Plan zur Verbesserung von Cyber-Früherkennung und IT-Hardening mit den fünf wichtigsten Massnahmen für die eigene Organisation
Abschlussbeschreibung
Ablauf Dieses Seminar findet zu 100% online statt. Bitte prüfen Sie im Vorfeld, ob Sie die technischen Voraussetzungen für die Teilnahme am Online-Unterricht erfüllen.
Dauer/zeitlicher Ablauf:
16 Stunden
Ziele/Bildungsabschluss:
Teilnahmebescheinigung /
Zielgruppe:
IT-Administratoren, Systemadministratoren, Netzwerkadministratoren, Cloud-Administratoren, IT-Infrastruktur-Verantwortliche. Mitarbeitende in IT-Security-Teams, SOC-Analysten (Security Operations Center), Security Engineers, IT-Sicherheitsbeauftragte mit technischem Fokus, Verantwortliche für Incident Response oder Cyberabwehr, Technische IT-Leiter in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Die Teilnehmer sollten bereits über: solide IT-Infrastrukturkenntnisse, Grundwissen zu Netzwerken, Windows/Linux-Systemen, Active Directory, Cloud-Umgebungen oder Logging verfügen.
Seminarkennung:
1987_271_02
Anbieterinformationen
IHK-Zentrum für Weiterbildung GmbH
Frau Aylin Weberruß Ferdinand-Braun-Straße 20
74074 Heilbronn
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