Die Teilnehmenden erlernen die systematische Sicherung und Analyse forensischer Artefakte unter Windows. Ziel ist es, Speicherabbilder zu erstellen, die Registry und das Dateisystem zu untersuchen sowie mittels KI-gestützter Tools Event-Logs und Registry-Anomalien effizient zu interpretieren, um den Hergang eines Sicherheitsvorfalls lückenlos zu rekonstruieren.
Order of Volatility: Sicherung flüchtiger Daten (RAM, Netzwerkverbindungen).
Imaging: Erstellung von bitgenauen Kopien (E01, Raw) unter Wahrung der Chain-of-Custody.
Triage: Schnelle Datenerhebung mit Tools wie KAPE oder Velociraptor.
2. Dateisystem-Forensik (NTFS)
MFT-Analyse: Master File Table als Zeitkapsel für Dateioperationen.
Timestomping: Erkennung von manipulierten Zeitstempeln.
Deleted Files: Wiederherstellung von Daten aus dem Unallocated Space und Slack Space.
3. Windows Registry Forensik
Hives und Keys: System-, Software- und User-Hives (NTUSER.DAT) auswerten.
Spurensuche: USB-Historie, zuletzt geöffnete Dateien und installierte Software.
User-Assist: Rekonstruktion der Benutzerinteraktion über die Registry.
4. Persistenz und Programmausführung
User-Aktivität: Analyse von ShellBags, LNK-Dateien und Jump Lists.
Execution Artefacts: Prefetch, Superfetch und Amcache zur Nachverfolgung von Programmstarts.
Autostart-Mechanismen: Versteckte Dienste, geplante Aufgaben und WMI-Event-Consumer.
5. Memory Forensik
Volatility Framework: Analyse von Prozessen, DLLs und Code-Injektionen im RAM.
Credential-Artefakte im Arbeitsspeicher: Untersuchung von Passwort-Hashes, Domänen-Cache-Einträgen, LSA Secrets und LSASS-Speicherbereichen.
Malware und Rootkit-Indikatoren im Speicher: Erkennung von Fileless Malware, Process Injection, versteckten Prozessen, Treibern und Kernelmanipulationen.
6. LLM-gestützte Event-Log-Analyse
LLM-gestützte Interpretation von Windows Event-IDs: Nutzung von LLMs (z. B. GPT, Claude) zur Interpretation kryptischer Event-IDs.
Pattern Recognition: Schnelles Filtern von lateralen Bewegungen (RDP, SMB) in Millionen von Log-Einträgen.
Natural Language Querying: Abfragen von Log-Daten in natürlicher Sprache statt komplexer XPath-Filter.
7. KI-gestützte Anomalie-Erkennung in der Registry
Baseline-Vergleich: Erstellung von Registry-Snapshots und Vorher-/Nachher-Vergleichen mit Regshot als Grundlage für die weitere KI-gestützte Analyse.
Malicious Persistence: KI-gestützte Analyse auffälliger Registry-Inhalte auf Hinweise persistenter Autostart- und Ausführungsmechanismen, insbesondere Run-Keys, ungewöhnlicher Zielpfade, Dienste und geplanter Aufgaben.
Entropie-Analyse: Entropie-Analyse zur Erkennung auffällig codierter, komprimierter oder zufällig wirkender Registry-Werte als Hinweis auf mögliche Verschleierung.
8. Praxis-Training: Bearbeitung einer forensichen Fallstudie
Dauer/zeitlicher Ablauf:
3 Tage
Zielgruppe:
IT-Sicherheitsbeauftragte & SOC-Analysten: Zur schnellen Aufklärung von Incidents.
Administratoren: Die im Ernstfall die ersten forensischen Schritte einleiten müssen.
Behördliche Ermittler: Zur Vertiefung technischer Kenntnisse in Windows-Umgebungen.
Revisoren: Zur technischen Überprüfung von Systemmanipulationen.
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