Krisenmanagement im Projekt: Schwierige Situationen meistern
Seminar - GFU Cyrus AG
Die Teilnehmenden erlernen Methoden zur Früherkennung von Krisensymptomen und zur systematischen Sanierung gefährdeter Projekte. Ziel ist es, in Belastungssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, Stakeholder professionell einzubinden und durch gezielte Sofortmaßnahmen die Handlungsfähigkeit des Projektteams wiederherzustellen.
Indikatoren für Schieflagen: Identifikation von weichen Warnsignalen (Teamstimmung) und harten Kennzahlen (Meilensteinverzug).
Die Psychologie der Verdrängung: Warum Krisen oft zu spät erkannt werden und wie man eine ehrliche Status-Kultur etabliert.
Audit-Methodik: Durchführung eines schnellen Projekt-Checks zur objektiven Standortbestimmung.
2. Sofortmaßnahmen und Akut-Management
Stopp-Szenarien: Kriterien für einen temporären Projektstopp zur Neuausrichtung (Task Force Modus).
Stabilisierung des Teams: Maßnahmen zur psychologischen Entlastung und zur Fokus-Sicherung der Beteiligten.
Transparente Erstkommunikation: Information der Stakeholder über den Krisenstatus ohne Panik auszulösen.
3. Ursachenanalyse und Sanierungskonzept
Root-Cause-Analyse: Systematische Suche nach den tieferliegenden Auslösern statt bloßer Symptombekämpfung.
Das Sanierungsszenario: Erarbeitung von Optionen (Redimensionierung, Budget-Nachbesserung, Terminverschiebung).
Wirtschaftlichkeitsprüfung: Die ehrliche Antwort auf die Frage Weiterführen oder Abbrechen?.
4. Stakeholder-Management in der Krise
Erwartungsmanagement unter Druck: Aktive Steuerung der enttäuschten oder besorgten Auftraggeber.
Bündnismanagement: Suche nach Unterstützern für den Sanierungsweg innerhalb der Unternehmenshierarchie.
Umgang mit Widerstand: Strategien gegen Schuldzuweisungen und politische Instrumentalisierung der Krise.
5. Krisenkommunikation und Verhandlungsführung
Schlechte Nachrichten überbringen: Techniken für schwierige Gespräche mit dem Lenkungsausschuss oder Kunden.
Verhandeln um Ressourcen: Nachverhandlung von Budgets oder Personal unter erschwerten Bedingungen.
Deeskalationstraining: Souveräner Umgang mit persönlichen Angriffen oder hochemotionalen Reaktionen.
6. Führung in stürmischen Zeiten
Entscheidungsfähigkeit: Mut zu unpopulären, aber notwendigen Richtungsentscheidungen.
Vorbildfunktion: Bewahrung von Ruhe und Professionalität als Anker für das verunsicherte Projektteam.
Delegation und Kontrolle: Anpassung des Führungsstils an die erhöhte Schlagzahl in der Krisenbewältigung.
7. Rechtliche und vertragliche Absicherung
Claim Management: Dokumentation von Leistungsstörungen und Vorbereitung von Gegenforderungen.
Vertragsanpassung: Rechtssichere Fixierung von Änderungen im Scope oder in den Lieferfristen während der Sanierung.
Haftungsfragen: Schutz der eigenen Person und des Unternehmens bei drohender Zielverfehlung.
8. Die Praxis-Werkstatt: Der Turnaround-Plan
Szenario-Training: Erarbeitung eines konkreten Rettungsplans für ein simuliertes Krisenprojekt (Case Study).
Moderation des Krisenstabs: Simulation einer entscheidungsrelevanten Sitzung unter Zeitdruck und Beobachtung.
Präventions-Check: Übertragung der Erkenntnisse auf die aktuellen Projekte der Teilnehmenden zur künftigen Risikovermeidung.
Dauer/zeitlicher Ablauf:
2 Tage
Zielgruppe:
Erfahrene Projektleitung und Senior-Projektmanager: Die komplexe Großprojekte steuern und für Krisenfälle vorsorgen möchten.
PMO-Leitung und Portfolio-Manager: Verantwortliche, die gefährdete Projekte im Unternehmen identifizieren und bei der Sanierung unterstützen.
Lenkungsausschuss-Mitglieder und Projektauftraggeber: Personen, die in Krisensituationen strategische Entscheidungen treffen und die Kommunikation nach außen steuern.
Interimsmanager und Berater: Fachkräfte, die oft erst in der Krise gerufen werden und schnell wirksame Strukturen aufbauen müssen.
Nachwuchsführungskräfte: Die auf die unvermeidlichen Herausforderungen und Konflikte im Projektgeschäft vorbereitet werden sollen.
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