Seminar - TAW. Technische Akademie Wuppertal e.V.
KI-Tools und neue digitale Systeme (z. B. Assistenzsysteme, Analytik, Workflow-Automatisierung) verändern Arbeitsabläufe oft schnell – und damit auch Fragen von Transparenz, Kontrolle und Fairness. Im öffentlichen Dienst ist dabei entscheidend, die Beteiligungsrechte des Personalrats von Beginn an mitzudenken: Wer Mitbestimmung zu spät adressiert, riskiert Verzögerungen, Konflikte und angreifbare Einführungsentscheidungen.
Im Seminar ordnen Sie praxisnah ein, wann der Einsatz von KI/IT-Systemen mitbestimmungspflichtig wird und welche Anforderungen daraus folgen. Im Fokus stehen die zentralen Mitbestimmungstatbestände des LPVG NRW, u. a. bei automatisierter Verarbeitung personenbezogener Daten von Beschäftigten, bei der Einführung/Anwendung technischer Einrichtungen (insbesondere wenn eine Eignung zur Verhaltens- oder Leistungskontrolle nicht ausgeschlossen ist) sowie bei betrieblichen Informations- und Kommunikationsnetzen. Außerdem lernen Sie, warum Mitbestimmung auch bei pilotierten oder befristeten Einführungen greifen kann.
Darauf aufbauend entwickeln Sie eine klare Vorgehensweise „vom Bedarf bis zur Einführung“: Welche Unterlagen braucht der Personalrat, wie werden Ziele/Use-Cases, Datenflüsse, Rollen/Berechtigungen und Protokollierung sauber beschrieben und wie lassen sich Schutzmaßnahmen (z. B. Zweckbindung, Zugriffskonzepte, Logging-Regeln) in einer praxistauglichen Regelung/Dienstvereinbarung verankern. Sie bekommen Checklisten und Formulierungsbausteine, um Einführungen strukturiert zu steuern – und typische Eskalationspunkte früh zu entschärfen.
| Termin | Ort | Preis* |
|---|---|---|
| 03.12.2026 | Wuppertal | 790,00 € |
KI in der öffentlichen Verwaltung: Anwendungen, Chancen und Risiken
Was ist unter KI zu verstehen?
Typische Einsatzfelder in Dienststellen
Auswirkungen auf Arbeitsabläufe, Entscheidungen und Beschäftigte
Rechtlicher Rahmen für den KI-Einsatz
Überblick über KI-Regulierung, Datenschutz und arbeitsbezogene Anforderungen
Besonderheiten beim Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung
Spannungsfeld zwischen Digitalisierung, Effizienz und Beschäftigtenschutz
Beteiligungsrechte des Personalrats nach dem LPVG NRW
Informationsrechte und frühzeitige Einbindung
Mitbestimmungstatbestände bei technischen Einrichtungen, Beschäftigtendaten, Arbeitsmethoden und Arbeitsorganisation
Abgrenzung: Was ist nur Information, was ist echte Mitbestimmung?
Praxischeck: Wann löst KI Mitbestimmung aus?
Bearbeitung erster Fallbeispiele
Einordnung typischer KI-Anwendungen in der Dienststelle
Diskussion: Wo liegen die neuralgischen Punkte für Personalräte?
KI in besonders sensiblen Bereichen
KI in Auswahlverfahren, Personalentwicklung und Leistungsbewertung
Risiken von Kontrolle, Diskriminierung und Intransparenz
Grenzen automatisierter Entscheidungen
Dienstvereinbarungen zum KI-Einsatz rechtssicher gestalten
Wichtige Regelungsinhalte
Transparenz, Zweckbindung, Datenverarbeitung, Zugriffsrechte
Qualifizierung, menschliche Kontrolle, Erprobung und Evaluation
Fallarbeit und Verhandlungssimulation
Einführung eines KI-Tools in der Dienststelle
Welche Rechte hat der Personalrat?
Welche Forderungen sollte das Gremium stellen?
Simulation einer Verhandlung mit der Dienststelle
Checkliste für die Praxis: KI-Projekte systematisch prüfen
Welche Fragen muss der Personalrat stellen?
Welche Unterlagen sind anzufordern?
Wie wird ein KI-Projekt beteiligungssicher begleitet?
Transfer in die eigene Dienststelle
Entwicklung konkreter Handlungsschritte
Prioritäten für die Arbeit des Personalrats